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| Aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs |
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Als trauriges Vorzeichen des kommenden Unheils steht der Selbstmord von Prof. Karl Kmeth am 14. 3. 1938 am Beginn dieser Epoche. Er galt als hervorragender Geographie- und Geschichtelehrer, als sozial engagiert und war auch als Jugendführer tätig. Schon am 12. März hatte eine Konferenz stattgefunden, die sich mit der Weiterbeschäftigung der Lehrer beschäftigte, am 20. 3. wurde der Lehrkörper auf die neuen Machthaber vereidigt, am 21. die "Heimkehr ins Mutterreich" gefeiert. Als der Unterricht am 22. 3. wieder begann, waren sieben Lehrer ausgeschieden.
Was die neue Zeit bedeutete, wurde schon am 30. 3. durch eine feierliche Bücherverbrennung im Hof unserer Schule aufgezeigt. Am 7.September 1938 wurde das Staatsrealgymnasium Villach in eine Oberschule für Jungen und eine solche für Mädchen geteilt, mit der kommissarischen Leitung der ersteren wurde im Frühjahr 1939 Dr. Friedrich Scheide betraut. In der Folge wurde die Schule natürlich immer wieder bei offiziellen Anlässen ins politische Geschehen einbezogen. So marschierten die Schüler November 1938 zum Hauptplatz, wo sie an einer Protestkundgebung gegen die Ermordung des deutschen Legationsrats von Rath in Paris teilnahmen. Das führte auch in Villach zu Übergriffen gegenüber jüdischen Mitbürgern.
Andrerseits war der politische Zwang auch in der Schule zu spüren. So hört man von massivem Druck der Hitlerjugend gegenüber den Lehrern. Schüler, die sich weigerten, der Hitlerjugend beizutreten, konnten nur mit größter Mühe dem Ausschluss entgehen. Viele Lehrer mussten zu Schulungen, das hatte häufigen Lehrerwechsel zur Folge und erschwerte den Unterricht. Bald kam der Krieg, Lehrer wurden zur Wehrmacht eingezogen, den Schülern stand der Kriegseinsatz bevor, viele überlebten diesen nicht. Als die Lage in Villach durch die zahlreichen Fliegerangriffe immer gefährlicher wurde, entschloss man sich im Frühjahr 1944, die Unterstufe in Kinderland-Verschickungslager (KVL) zu verlegen. Die dritten und vierten Klassen wurden im Hotel Bundschuh in Velden und im Charlottenhof in Augsdorf untergebracht, die ersten und zweiten Klassen im Aichelberghof in Annenheim. Ende 1944 wurde im Charlottenhof ein Lazarett eingerichtet, man übersiedelte in die Pension Krögler in Bodensdorf. In den KVL gab es neben dem Klassenvorstand und einer weiteren Lehrkraft noch einen Lagermannschaftsführer. Der Unterricht erfolgte ganztägig, Elternbesuch gab es nur am Sonntag. Die Oberstufen der beiden Oberschulen wurde zusammengelegt, Schülerinnen der siebenten Klasse wurden als Lagermädelführerinnen in den KVL verwendet.
Ende Jänner 1945 musste der Unterricht wegen Mangel an Heizmaterial eingestellt werden. Er begann in den KLV-Lagern wieder im März. Für die 6. und 7. Klasse hatte man notdürftig einen Raum geheizt, abwechselnd gab es an je drei Tagen in der Woche Unterricht. Endgültig kam es erst Mai 1945 zur Schließung des Unterrichts und zur Auflösung der KVL. Englische Truppen beschlagnahmten das Schulgebäude als Lazarett. Leider kam es dabei auch zu unliebsamen Zwischenfällen. Besatzungssoldaten brachen Schränke auf und entwendeten Bücher, Sportgeräte und Teile von Sammlungen. |
| Verfaßt von Dr. Herwig Leipold |
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