PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
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Exkursion der 7.D ins LKH Villach

Im Rahmen des Psychologieunterrichtes unternahmen die SchülerInnen der 7.D unter der Leitung von Fr. Mag. Annemarie Pack am 12. Juni 1998 eine Exkursion in die Abteilung für Neurologie und Psychosomatik des LKH Villach.

Zu Beginn wurde die Gruppe von Fr. Dr. El Dusouqui in die Problematik der Alkohol- und Drogenabhangigkeit eingeführt. Im Gruppentherapieraum berichtete sie von ihrer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet des Alkoholentzugs. Sie informierte die Gruppe über die diversen Therapieformen, namlich Gruppen- und Einzeltherapie, wobei es noch die Unterscheidung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung gibt. Die Erscheinungsformen der Abhängigkeit reichen von Schlaflosigkeit, Schweißausbrüchen, Zittern bis hin zu Angstzuständen. Die schlimmste Form wird "Delirium Tremens" genannt. Hierbei kommt es neben Halluzinationen und anderen Wahnvorstellungen manchmal sogar bis zum Kreislaufzusammenbruch. Für viele neu war die Einteilung in "Quartals-" und "Spiegeltrinker". Erschreckend war für die meisten, wie schnell man in Abhängigkeit gerät und wie langwierig der Entzug ist. Dr. El Dusouqui stellte auch Fragen nach persönlichen Erfahrungen mit Drogen, stieß aber in der Gruppe auf wenig Resonanz.

Den zweiten Teil der Exkursion bildete ein Gesprach mit Fr. Mag. Kerschbaumer, einer Psychologin, deren Hauptaufgabenbereiche im LKH Villach die psychologische Diagnostik (Testverfahren) und die Therapie (Verhaltenstherapie) in den Bereichen Sucht (Alkoholabhängigkeit, Eßstörungen), Depression und Angststörungen sind. Anhand einiger Einzelbeispiele erlauterte Mag. Kerschbaumer ihre Erfahrungen mit den einzelnen Therapieformen, wie z.B. systematische Desensibilisierung, Selbstsicherheitstraining. Danach hatten einige SchülerInnen noch die Möglichkeit, einen Reaktionsfeststellungstest durchzuführen, den man übrigens auch nach Verlust des Führerscheins bestehen muss.

Der letzte Teil bestand aus der Vorführung des Biofeedback-Gerätes. Hierzu stellte sich ein Schüler bereitwillig als Proband zur Verfügung. Zuerst wurde ein Reaktionstest gemacht. Ein Sensor registrierte die Atmungstätigkeit, und auch der Puls wurde ständig gemessen. Atmung und Puls wurden in einer Computergraphik sichtbar gemacht. Beim anschließenden Stresstest wurde die Reaktion des Probanden in Stresssituationen gemessen. Die Auswertung ergab, dass der Proband erstens zu flach atmete und zweitens nur bedingt stressresistent ist (der Proband bleibt anonym!).

Die zuständige Arbeitstherapeutin Fr. Maurer erklärte, dass das Biofeedback eine seit ca. 15 Jahren verwendete Therapiemethode ist, die auf der Basis der Rückmeldung und Darstellung nicht wahrnehmbarer körperlicher Phänomene funktioniert. Anwendung findet es z.B. bei chronischen Schmerzsyndromen (Bsp. Migräne), Angstsyndromen, stressbedingten Leiden und im Bereich des Inkontinenztrainings.

Diese Exkursion ermöglichte den SchülerInnen einen ungewöhnlichen Einblick in die Aufgabenbereiche der klinischen Psychologie.

N.N.

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