Nach Städtepartnerschaft Suresnes-Villach jetzt auch
eine offizielle Schulfreundschaft:


"Emile Zola" und "Peraustraße" am gemeinsamen Weg nach Europa!

Die über zehn Jahre währende, bereits von guten Kontakten getragene "Probezeit" zwischen Suresnes (bei Paris) und Villach mündete im Vorjahr in einer offiziellen Städtepartnerschaft. Eine Zweitauflage folgte jetzt im Schulbereich: Das BG/BRG Peraustraße und das College Emile Zola besiegelten am 30. Jänner im Rahmen einer Festveranstaltung eine offizielle Schulpartnerschaft. Französische Schüler, mit Unterstützung unserer Stadt bei Gasteltern untergehracht, weilten aus diesem Anlaß bei uns. Ein Höhepunkt während ihres Aufenthaltes in Villach: Eine Diskussion zum Thema "Gemeinsames Haus Europa" mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Villach und unserer Partnerstadt Udine. "Eine europäische Integration und die Sicherung eines dauer haften Friedens in Europa machen einen verstärkten Kontakt zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Ländern dringend notwendig. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen europäischen Partnerstädten. insbesondere auf schulischer Ebene. soll dazu beitragen, Vorurteile oder Barrieren auf beiden Seiten abzubauen und den Kontakt zwischen den Bewohnern der jeweiligen Städte zu fördern", heißt es unter anderem im Urkundentext. Die Jugendlichen aus Suresnes, auf mehrere Klassen des Peraugymnasiums verteilt, "büffelten" nicht nur mit unseren Schülern mit, sondern hatten auch ausgiebig Gelegenheit, unsere Stadt, ihre Menschen sowie Mentalität und auch Sportmöglichkeiten kennenzulernen.

Wertschätzung

Schulpartnerschaften tragen viel zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen hin zu mehr Toleranz bei. Die gegenseitige Wertschätzung auf dem Boden interkultureller Kontakte wächst dadurch. Aus diesen Überlegungen heraus und im Sinne eines gemeinsamen Europas, verbunden mit aktiven Friedensbemühungen und dem Abbau von Vorurteilen. war Bürgermeister Helmut Manzenreiter einer der wichtigsten Wegbereiter für diese Schulpartnerschaft.

Freundschaftsaufbau

"Eine Partnerschaft ist trotz oder gerade aus sprachlichen Gründen dazu da, um Mißverständnisse und Gegensätzlichkeiten zu überwinden und echte Freundschaften aufzubauen", meinte Schulreferentin Vzbgm. Mag. Monika Kohl-Kircher. Sie ließ nicht unerwähnt, daß unsere Stadt - im Vergleich etwa zur Landeshauptstadt - sehr sparsam mit partnerschaftlichen Abkommen umgehe. Unterschrift, Urkunde und Festakt begründen noch lange keine Verbindung. Sie lebt erst, wenn es auf den verschiedenen gesellschaftlichen Gebieten zu gemeinsamen Aktionen komme, und dies sei mit Suresnes der Fall. Auch Madame Prof. Marie-Jose Robert, Deutschlehrerin am Collège Emile Zole, zeigte sich froh, daß die Partnerschaft nicht "von hohlen Worten, sondern von Überzeugung getragen wird". Sie freute sich bereits auf den Besuch der Villacher Schüler Ende März.

"Für den Frieden"

"Es ist eine kleine Feier, aber ein wesentlicher Schritt für die Schule", war der Direktor des BG/BRG Peraustraße, Mag. Othmar Griesser, überzeugt, daß die Schulpartnerschaft "lebendig und dauerhaft" wird. Er wertete sie als wichtigen Beitrag für ein vereintes Europa und für die Erhaltung des Friedens.
Viel zum guten Gelingen der feierlichen "Eheschließung" zwischen den beiden Schulen trugen auch die Schulmusik (Leitung Prof. Wolfgang Gradischnig) und der Lehrerchor (Prof. Gerhard Hohenwarter) bei. Für die Programmgestaltung zeichnet in erster Linie der Fachkoordinator für Französisch, Prof. Ingo Mittersteiner, verantwortlich.


"Gemeinsames Haus Europa"

Geistig lebendige Schulpartnerschaft demonstrierten bei einer im Paracelsussaal des Rathauses abgehaltenen Jugend-Europamatinee Schüler aus Villach und den beiden Partnerstädten Suresnes und Udine. Diese unter der Patronanz der "Europäischen Föderalistischen Bewegung Österreichs, Landesgruppe Kärnten" stattgefundene Begegnung stand unter dem Motto "Gemeinsames Haus Europa".
Schülerinnen und Schüler des Collège Emile Zola aus Suresnes, des Liceo Classico Ginnasio J. Stellini aus Udine sowie jene des BG und BRG Perau Villach brachten dabei ihre Gedanken zu einem künftigen "gemeinsamen Haus Europa". Dominierende Themen waren die Gestaltung eines künftigen gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraumes, Probleme eines zunehmend aufkeimenden Nationalismus sowie Fragen einer künftigen überregionalen Bildungspolitik. Während sich die Jugendlichen aus Udine und aus unserer Stadt mit den Gemeinsamkeiten eines bevorstehenden Europas ohne Grenzen weitgehend identifizieren konnten ("Wir tragen dieselbe Kleidung, hören die gleichen Schlagerstars und mögen dieselben Getränke" oder "Wir Jugendlichen sind Europäer von morgen"), war bei den Gästen aus Suresnes leichte Zurückhaltung zu verspüren: "Wir fürchten um das Verschwinden kultureller Eigenheiten. Eine schlecht organisierte Gemeinschaft könnte in diesem Bereich viel Unheil anrichten".


VILLACH 03/1993,   © Magistrat Villach,   HTML-Transposition: Mag. Strobl Hans


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