Ein Olympiasieg mit Seneca

Christof Hebenstreit ersehrieb sich den Sieg bei der Lateinolympiade.
Mit fast verschämtem Blick schreitet Christof Hebenstreit zur Siegerehrung der 7. Kärntner Lateinolympiade im Festsaal des Konviktes im Stiftsgymnasium St. Paul. Nimmt aus den Händen des Lateinprofessorenkollegiums Glückwünsche, Urkunde und eine mit den Insignien "Certamen latinum et Graecum" geschmückte Torte entgegen. Und flüstert: "Peinlich, daß ich jetzt nicht mitsingen kann", sobald Chor und Auditorium "Gaudeamus igitur" anstimmen. Er könne den Text des berühmtesten lateinischen Studentenliedes leider nicht, gesteht der junge Mann aus der 8 c des BG Peraustraße Villach.

Vieles andere im Lateinischen hingegen kann er zweifellos. Sonst hätte er die "Rexklasse" unter den vier Disziplinen - "Latein Langform für die 7. und 8. Klassen" - nicht für sich entscheiden können. Gegen 28 Mitkonkurrenten aus allen Kärntner Gymnasien, an denen Latein unterrichtet wird. "Latein ist seit der Dritten mein Lieblingsfach. Seneca liegt mir, und der stand heuer auf dem Programm", erzählt der Olympiasieger aus Radendorf bei Arnoldstein. Danken möchte er: "Meiner Professorin Edith Winnicki, die mein Interesse geweckt hat und mich unterstützt." Obwohl er kein Lateinstudium anstrebe - "es wird was in Richtung Wirtschaft und Jus werden" -, fasziniere ihn die Sprache der alten Römer. "Vieles spielt ja auch ins Deutsche hinein. Wer weiß schon, was "Konzession" wirklich heißt?" Hebensteit wird Kärnten bei der Österreicholympiade in Salzburg vertreten. Vielleicht schon mit dem "Gaudeamus".

Kurt Forstner

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