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PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
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7B, 7C & Claudia in Triest
4/2001

Als der Bus um 7.45 schwer beladen aus der 10. Oktoberstraße rollte, freuten wir uns auf das warme und sonnige Klima des an der Adria liegenden Triests, um dem grauen, mit dicken Regenwolken verhangenen Villach zu entfliehen. Doch da hatten wir die Rechnung ohne den Wirt (Petrus) gemacht! Schon a unserem ersten Halt auf einer Raststation (und noch zahlreichen anderen zwecks Pinkelpause) wurden wir durchweicht, denn der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet.

In Triest, der Stadt unserer Träume angekommen, setzten wir Claudia (ja, die aus der Zeitung, Stichwort: Redewettbewerb), die sich sofort auf die Suche nach den triestini machte, mit denen sie einige Monate lang die Schulbank in einem echten liceo gedrückt hatte, am Bahnhof ab, um an ihrerstatt eine guida an Bord zu nehmen, die zum großen Entsetzen unsrer professoresse Janoch, Soyer und Koschutnig und unseres professore Kerschbaumer perfekt Deutsch sprach (sie war richtiggehend enttäuscht, die Führung auf Italienisch abzuhalten).

Wir durchquerten per Bus die borghi veneziano und teresiano und sahen, wie ein richtige signora das Problem einer durch einen geparkten Lieferwagen verstopften Straße löst (laut hupen, bis ihn wer wegstellt). Nach diesem kleinen intermezzo war es uns möglich, den colle di San Giusto zu erklimmen, wo wir (es hatte grazie a dio aufgehört zu regnen) die Reste einer ehemals bestimmt prachtvollen basilica und eine chiesa, die einmal zwei Kirchen gewesen war und ganz tolle Marmorfußböden hat, bewunderten. Wir erfuhren so nebenbei, dass Giacomo Casanova in Trieste als Spion gearbeitet hat, wurden am edificio della borsa und am piazza unità (wird grade restauriert) vorbeichauffiert, sahen moderne Kunst (eine riesige Kugel aus alten Auspuffen) in der Mitte von einem alten griechischen Amphitheater und machten sogar einen Spaziergang.

Zu unserem großen Pech fing es wieder an zu tröpfeln und wir hatten, wie der Zufall es so wollte, einen Mangel an Regenschirmen. Unsere guida erzählte, dass Trieste, so ähnlich wie Venedig, teilweise auf Pfeilern erbaut ist, da früher grade mal der colle di San Giusto aus dem Meer ragte und das teatro Verdi auf nicht weniger als 36000 Pfählen steht. Die Stadt ist molto importante, weil es hier einen porto Franco, also einen Hafen, wo man keine Steuern für die ein- und ausgeführten Waren zahlen muss, gibt. Außerdem hat von den 200000 Einwohnern jede fünfte Familie ein Boot, von denen ein Teil im porto del sacchetto steht, wo allerdings nicht Platz für alle ist.

Dann gingen wir in eine Pizzeria, um unsere bereits laut knurrenden Mägen zu füllen, denn so eine Stadtführung wirkt, nette guida hin oder her, ganz schön Appetit anregend. Wir hatten die Qual der Wahl zwischen ca. 20 pizze oder mehr. Hier sahen wir sogar endlich italiani, wenn auch nur aus weiter Ferne. Der Versuch unserer Lehrer, uns zu mischen, schlug fehl, denn wer einmal einen Sitzplatz hat, gibt ihn so schnell nicht mehr her.

Nachdem alle pappsatt waren, wurden wir vom netten Busfahrer in zwei Fuhren zum castello Miramare gebracht. Es war irgendwie schon molto divertente, dass die Italiener ihre Führung auf deutsch hatten und wir unsere auf italienisch. Es wäre doch viel ökonomischer gewesen, wenn wir getauscht hätten. Doch was nimmt man nicht alles auf sich, um seine professori zufriedenzustellen? Dann ging auf einmal alles ganz schnell und ehe wir uns versahen saßen wir auch schon im Bus und waren unterwegs in Richtung Heimat. Vorher hatten wir noch die Ehre, uns bei stürmischer See und strömenden Regen für ein Foto in Pose zu stellen. Und so ging auch dieser Tag zu Ende.

Fazit: neuer SA-Stoff, mehr oder weniger witzige Fotos und der Eindruck von einem Schloss, das von Monarchen bewohnt wurde und bei dem man von jedem der 80 Räume aus das Meer sehen kann.

Petra Holzfeind, 7C

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