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PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
   Provisional Translation

Gedenkveranstaltung
Judenpogrom November 1938 - Kärnten vor 60 Jahren

Schauplätze der Judenverfolgung gab es nicht nur in den Vernichtungslagern im Osten und in den großen Städten mit starken Judengemeinden, sondern auch in der Provinz und in den kleinen Städten, wo nur wenige Juden wohnten. Am 10. und 11. November 1938 kam es auch in Villach zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen Villacher Juden und deren Eigentum. Erstmals wurde vielen Villachern die Brutalität des NS-Regimes direkt vor Augen geführt.

Anläßlich dieses Novemberpogroms, der sogenannten "Kristallnacht", hat das Peraugymnasium zusammen mit dem Verein "Erinnern" eine Gedenkveranstaltung im Paracelsussaal der Stadt Villach durchgeführt. Univ.-Prof. Dr. Andreas Moritsch hat die Gedenkrede gehalten. Prof. Moritsch sah das Pogrom als eine Art Probelauf der Nazis. "Die Reaktion der Bevölkerung hat ihnen bestätigt, dass sie auf diesem Weg weitergehen können", führte er aus.

Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari und Superintendent Mag. Joachim Rathke übernahmen den Ehrenschutz für diese Veranstaltung. "Greuel sind immer bedenkenswürdig.
Schüler lesen Texte zum Pogrom
Schüler tragen aufrüttelnde Texte zum Pogrom vor: (v.l.n.r.:) Claudia Zettel, Werner Schafhauser, Iris Meyer und Bianca Zimmermann.
Hier wachsen Impulse für die Gegenwart und Zukunft, um sie verhindern zu können", erklärte Bischof Dr. Egon Kapellari. Superintendent Mag. Joachim Rathke sprach von Schuld und vom Ausgeblendetsein des Bewusstseins. Aus Unrecht sei zu lernen, um sensibler zu werden für das Leid anderer.

Die Schülerlnnen lasen verschiedene Texte zum Thema. Besonders beeindruckend war der Vortrag eines "jiddischen Liedes" von Bianca Zimmermann. Die Veranstaltung wurde von unserem Schulchor würdig umrahmt.

Prof. Hans Haider



Der Verein "Erinnern" und das Peraugymnasium laden ein
Herr Anton Engelhart aus Villach erinnert sich:
... "Im Jahre 1938 bin ich in die 2. Klasse Hauptschule gegangen. An jenem Tag haben wir Nachmittagsunterricht gehabt. Als wir in die Schule gekommen sind, hat der Schulwart zu uns gesagt: 'Heut ist kein Unterricht, heut ist Judenverfolgung.’ Wir sind also gleich in die Stadt gegangen. Beim Fischbach in der Italiener Straße haben wir zugeschaut, wie die Sachen aus dem Fenster im 1. Stock herausgeflogen sind. Was nicht durch das Fenster gepasst hat, ist zuerst zertrümmert worden. Alles wurde auf die Straße hinuntergeschmissen: Bücher, Geschirr, Silberbesteck, Bettwäsche, Lebensmittel, sogar die Vorhänge wurden heruntergerissen. Zum Schluss sind große Stoffballen heruntergeworfen worden. Dann bin ich weitergegangen. Der Hauptplatz war voller Menschen. Ein unglaublicher Tumult. Auf dem Sockel der Pestsäule sind Jugendliche gestanden, die immer wieder geschrien haben: ,Hoch hänge der Jude am Laternenpfahl’ und, Jude verrecke im eigenen Drecke’. Daran kann ich mich ganz genau erinnern."
(Interview von Prof. Hans Haider)
Wo ist Dein Bruder?
Kain erschlägt Abel
"Kain erschlägt Abel" - Gestaltung: Prof. Gernot Gurker


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