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PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
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Exkursion der 7C zu den österreichischen Forts aus dem 1. Weltkrieg
in den Julischen Alpen

Um die Ausführungen über Stellungen in den Julischen Alpen von Prof. Hohenwarter einmal in Wort und Bild zu erleben, mietete er einen kleinen Bus und entführte uns ins abenteuerliche österreich-italienische Grenzgebiet der Weltkriegsjahre.

Durch die tiefe Vegetation eines wildromantischen Grabens bummelnd, näherte sich der Bus einer weit ins Tal vorspringenden Felsnase bei Malborghetto. Dort fristet das schon etwas betagte, zerschossene und verwitterte Fort Hensel sein trauriges Dasein. In grauer Vorzeit, genauer gesagt vor etwa 90 Jahren, hielten hier österreichische Soldaten die Stellung, um den Italiani den Vormarsch nach Austria zu erschweren. Wir erklommen den mit Schneerosen übersäten Felsblock und begutachteten sämtliche Ein- und Ausgänge, Fenster, Schießscharten und finstere Felsgänge.

Fort Hensel
Fort Hensel, eine österreichische Verteidigungsanlage aus dem 1. Weltkrieg im Kanaltal

Als nächstes hatte unser Busfahrer die Gelegenheit, die Straßenlage seines Gefährts in den engen Kurven auf der Straße zum Predilpass zu testen. Am Ende jeder Kehre warfen wir einen Blick auf den grünen Raiblersee, den auf einer kleinen Landzunge einst das Fort Raiblersee zierte. Am Pass angekommen, maßen sich unsere Blicke mit den gestrengen der etwas perplexen Grenzwachebeamten, denn dort oben wird eine Gruppe von 18 Personen schon als Beginn einer Völkerwanderung gedeutet. Nachdem wir uns mit der Bergwelt auseinandergesetzt hatten, mussten wir die Feststellung machen, dass an der Grenze nicht nur im Krieg scharf geschossen wurde. Die Doganieri sahen der wilden Horde kreischender, durcheinanderlaufender, zum Schluss tropfnasser Jugendlicher, die sich auf dem Weg zur Batterie Predilpass eine Schneeballschlacht lieferte, wohl kopfschüttelnd hinterher. Wir inspizierten die recht gut erhaltenen Räumlichkeiten genauestens und mussten uns eine "gute Sicht ins Tal" vorstellen, was wegen der vielen Bäume nicht gerade leicht fiel. Die anklagende, verblassende Aufschrift PACE! an einer Wand regte zum Nachdenken an.

Hensel-Denkmal in Malborghetto
Vor dem Hensel-Denkmal in Malborghetto

Das etwas gespenstisch anmutende Dörfchen Raibl, heute Cave del Predil, war unser nächstes Ziel. Zu einer vollen Stunde angekommen, kamen wir in den Genuss von "Glocken aus der Retorte", denn im Kirchturm sind zwei sehr dekorative Lautsprecher angebracht. Dieser Bergbauort war früher etwas dichter besiedelt und es pendelten auch viele Männer ein, um unter Tag zu arbeiten. Es gab sogar einen 5 km langen Verbindungstunnel, der dazu benutzt wurde, Wasser abzuleiten und die Kumpel von Log pod Mangrtom, auf der anderen Seite der Berge, auf Geleisen zu ihrem Arbeitsplatz zu bringen. Doch 1990 wurde der Abbau von Blei und Zink zwecks Unrentabilität eingestellt und das Dorf wurde arbeitslos. Viele Häuser stehen leer, sind baufällig und heruntergekommen, die infrastrukturellen Einrichtungen bestehen aus einem kleinen Geschäft, einer Bar (mit Billiardtisch!), zwei (!) Kirchen und einer Volksschule. (Früher gab es sogar ein kleines Werkskrankenhaus, das aber 1908 bei einer Sprengung versank und sieben Menschenleben forderte.)

Es ist hier gar nicht so viel Platz, um die ganzen Details zu erwähnen, die uns in den ersten Weltkrieg hineinfühlen ließen, wir konnte die Einschläge der Kugeln in Fels und Körper hören, das Blut von den Gefallenen und den beißenden Pulverdampf in der Luft schmecken, wir kämpften uns durch den brusthohen Schnee, froren auf den Berggipfeln und konnten uns in dieses Denken hineinversetzen, die Heimat zu verteidigen, und für einen kurzen Moment konnten wir den Sinn hinter dem sinnlosen Gerangel um kahle, felsige Bergspitzen erahnen.

Petra Holzfeind, 7C

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