Homepage
PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
   Translation

Gurina und Wieserberg
Zwei archäologische Fundstätten im oberen Gailtal

Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes Geschichte und Sozialkunde wollen wir nicht nur historisches Faktenwissen erlangen, sondern wir versuchen auch immer wieder, den persönlichen Kontakt zur Vergangenheit herzustellen. Am 16. November 2000 erkundeten die Schüler der Wahlpflichtgruppe der Klassen 8ACD auf einer Exkursion zwei archäologisch überaus interessante Stätten im oberen Gailtal, nämlich Gurina und Wieserberg.

Der Abbau von Blei- und Zinkerzen spielte einst im oberen Gailtal eine große Rolle. Vor allem die Vorkommen am 2275 m hohen Jauken hatten zur Folge, dass sich an seinem Südhang in rund 850 m Seehöhe eine Siedlung entwickelte, die den Namen Gurina trug und für die eine Siedlungskontinuität von ca. 900 v.Chr. bis ca. 600 n.Chr. nachgewiesen ist.

Zunächst bewohnten diese Gegend die keltischen Ambilici, im dritten Jahrhundert vor Christus wanderten dann die Veneter aus Oberitalien ein. Auf sie gehen die hier gefundenen und in etruskisch- venetischen Schriftzeichen abgefassten Weiheinschriften zurück. Ab Christi Geburt siedelten auf der Gurina die Römer und im Verlauf des sechsten Jahrhunderts wurde die Siedlung durch den Einfall der Slawen endgültig zerstört.

Heute weist den oberflächlichen Betrachter nichts mehr auf die frühe rege Siedlungstätigkeit hin, jedoch brachten genaue archäologische Beobachtungen und Grabungen seit dem 19. Jahrhundert interessante Details zu Tage. Unter anderem entdeckte man im bewaldeten Gelände unterhalb der ehemaligen Siedlung entlang des alten Zufahrtsweges eine Reihe von kleinen Grabhügeln aus der älteren Hallstattzeit (900 - 500 v.Chr.). Im Bereich der ehemaligen Siedlung selbst kann man teilweise den Verlauf der Befestigungsmauer, die Toranlage mit zwei Türmen und auf einer nördlich davon gelegenen Kuppe die Position eines römerzeitlichen Tempels nachweisen.

Etwa zwei Kilometer östlich von Gurina besuchten wir anschließend auf einer terrassenartigen Hangverflachung, dem sogenannten Wieserberg, einen auffallenden Hügel, dessen Existenz seit vielen Jahren unterschiedliche Deutungen erfahren hat. Im Jahre 1995 wurden an diesem Objekt Geo-Radaruntersuchungen durchgeführt und aufgrund der Messergebnisse wird seither angenommen, dass dieser Riesenhügel mit einem Durchmesser von 75 x 63 m, mit einer Höhe von 12 m und einer Kubatur von 20.000 m³ einen höchstwahrscheinlich hallstattzeitlichen Grabhügel darstellt, in dessen Grabkammer eine hohe Persönlichkeit (aus Gurina?) bestattet sein könnte. In der Hallstattzeit galt übrigens die Faustregel: je höher der Grabhügel, desto größer das Ansehen und der Einfluss des Bestatteten.

Im Juni 2000 wurde unter wissenschaftlicher Aufsicht mit den archäologischen Ausgrabungen am Wieserberg begonnen und man hofft, im Laufe des Jahres 2001 in der Tiefe des Hügels auf eine archäologische Sensation besonderen Ausmaßes zu stoßen.

HO

Wieserberg / Gailtal
Der Riesenhügel zum Ende der 1. Grabungssaison im Herbst 2000


Home Aktivitäten im Unterricht Links zu Gurina / Wieserberg