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PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
   Provisional Translation

Am Gletscher

Expedition der Wahlpflichtgruppe Geographie 8.ABC
zum Eiskargletscher in den Karnischen Alpen


Knapp westlich des Plöckenpasses liegt hoch über der Valentinalm versteckt in einem schwer zugänglichen Kar und umgeben vom gewaltigen Felsmassiv der Kellerwand (2774 m) der südlichste Gletscher Österreichs, der Eiskargletscher.

Die Wahlpflichtgruppe Geographie der 8.ABC Klassen hat sich die Aufgabe gestellt, im Rahmen einer Exkursion am 23. September 1999 den doch recht beschwerlichen hochalpinen Anstieg ins Eiskar, wofür beste Kondition und entsprechende Trittsicherheit unbedingt erforderlich waren, zu wagen. Der Eiskargletscher ist in Hinblick auf seine Größe von etwa 18 ha unbedeutend, sticht jedoch durch seine niedrige Seehöhe - im Mittel nur 2250 m - ins Auge.

Durch welche Umstände konnte dieses Eisfeld, welches möglicherweise einen Restbestand der ehemals großen eiszeitlichen Vergletscherung Kärntens darstellt, in dieser tiefen Lage bis heute überhaupt erhalten bleiben? Neben seiner günstigen Nordexposition - der Gletscher wird im Süden halbkreisförmig von der 400 m hohen Gipfelformation der Kellerwand umrahmt - spielen für seine Existenz wohl auch der Niederschlagsreichtum in diesem Abschnitt der Karnischen Alpen und die häufigen Lawinenabgänge auf den Gletscher die größte Rolle. Vor allem der gut verdichtete Lawinenschnee liegt bis lange in den Sommer auf großen Teilen des Gletschers, wodurch ein rascheres Abschmelzen des Eises verhindert wird.

Am Eiskargletscher Am Eiskargletscher
Hockend von links: Milz (6C), Prof. Hohenwarter, Rieser (8B), Prof. Preininger, Reichhold (8B), Baumann (6C), Vallant (8B), Willenig (6C), Durnig (6C)
Stehend von links: Herzeg (8B), Stampfer (8B), Hecke (8A), Gaggl (8A), Adelbrecht (8B), Kotschnigg (8C), Freunschlag (8A), Kabon (8C), Falkensammer (8C), Prof. Gurker

Die ersten Gletschermessungen wurden am Eiskargletscher schon im Jahre 1897 durchgeführt. Wiederholte man die Nachmessungen anfänglich in größeren Zeitabständen, so erfolgen diese seit dem Jahre 1992 jährlich.

Im Rahmen unserer Exkursion konnten die Teilnehmer nachvollziehen, wie die Längenänderung, die Abnahme der Eisdicke und die Fließgeschwindigkeit eines Gletschers gemessen werden. Außerdem konnten die Spuren der während der letzten Jahre recht markanten Rückzugstendenz des Eiskargletschers im Gelände gut beobachtet werden. Der Gletscher reagiert aufgrund seiner geringen Größe relativ rasch auf Temperatur- und Niederschlagsänderungen. Sollte sich in klimatischer Hinsicht die gletscherfeindliche Witterung der letzten Jahre fortsetzen (wenig Schneefall im Winter, hohe Sommerwärme), muß um die weitere Existenz dieses besonderen Gletschers in Kärnten gebangt werden.
Eiskarausstellung
Ines Kotschnigg (8C) und Heinz Freunschlag (8A) vor einem Ausstellungsexponat der Eiskarausstellung in der Aula

Einige Tage nach der Exkursion haben die Schüler in der Aula unserer Schule ihre in der Natur erworbenen gletscherkundlichen Kenntnisse und Einsichten im Rahmen einer ansehnlichen Ausstellung präsentiert.

Zum erfolgreichen Verlauf der Expedition haben neben den Schülern mit ihrer positiven Einstellung auch die Begleitlehrer Frau Prof. Preininger und Herr Prof. Gurker wesentlich beigetragen.


Prof. Gerhard Hohenwarter


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