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Neue Formen des Berufseinstieges -
Kärntner Arbeitsstiftungen

Am 3. Dezember 1998 kam der Leiter der Kärntner Arbeitsstiftungen, Herr Dipl.Ing. Dr. Klaus MACHER aus Klagenfurt ins Peraugymnasium. Er stellte sich zur Aufgabe, jenen Schülern, welche das Wahlpflichtfach Geographie und Wirtschaftskunde bei Frau Prof. ZEIPPER bzw. Herrn Prof. HOHENWARTER besuchen, die noch wenig bekannte Einrichtung der Kärntner Arbeitsstiftungen etwas näher vorzustellen.

Anlass für die Gründung einer Arbeitsstiftung ist meistens eine Betriebsstillegung in einer Region; den dadurch arbeitslos gewordenen Personen kann in der Arbeitsstiftung die berufliche Wiedereingliederung durch ein jeweils individuell zugeschnittenes Programm ermöglicht werden.

Der Referent Dipl.Ing. Dr. Klaus Macher (links) mit den Geographielehrern Frau Prof. Zeipper und Herrn Prof. Hohenwarter
Zunächst wird - nach einem positiv verlaufenen Einstellungsgespräch - mit Hilfe von Trainern in einer sechswöchigen Berufsorientierungsphase der persönliche Bildungs- bzw. Karriereplan ausgearbeitet, welcher den beruflichen Wiedereinstieg des Arbeitslosen zum Ziel hat. Wird anschließend trotz aktiver Arbeitssuche kein neuer Arbeitsplatz gefunden, dann bleibt dem Arbeitslosen die Möglichkeit, durch Aus- und Weiterbildung, durch Umschulung oder durch Schulbesuch einen neuen Beruf zu ergreifen oder zu erlernen. In besonderen Fällen haben es Arbeitslose sogar zur Gründung eines eigenen Unternehmens gebracht. Der große Vorteil für einen Stiftungsteilnehmer liegt darin, dass er während der Phase seiner beruflichen Neuorientierung von der Arbeitsstiftung intensiv betreut wird und dass er für die Dauer von maximal vier Jahren sogar Anspruch auf die Bezahlung von Arbeitslosengeld hat.

Im Jahre 1998 hat es in Kärnten insgesamt 8 Arbeitsstiftungen gegeben, unter anderem für die Branchen Metall, Handel und Nahrungsmittel. Eine neu eingerichtete Frauenstiftung versucht, arbeitslos gewordenen Frauen wieder einen Arbeitsplatz zu vermitteln.

Seit der Errichtung der Arbeitsstiftungen in Kärnten im Jahre 1993 wurden insgesamt rund 800 Arbeitslose betreut, wobei die Erfolgsquote zur Wiedereingliederung der Arbeitslosen in den Arbeitsprozess bei über 80% liegt. Der Reintegrationserfolg liegt damit in unserem Bundesland weit über dem österreichischen Durchschnitt. Die Finanzierung der Stiftungen erfolgt aus den Mitteln des Arbeitsmarktservice Kärnten, des Landes Kärnten, der Sozialpartner und des Europäischen Sozialfonds.

Dank des lebhaft und sehr abwechslungsreich gehaltenen Vortrages und dank der Fachkompetenz von Herrn Dr. MACHER wurde den Schülern ein spezifischer Bereich des Problems der Arbeitslosigkeit nähergebracht, wobei ihnen besonders die neuen Möglichkeiten des beruflichen Wiedereinstieges in anschaulicher Weise aufgezeigt wurden.

Prof. G. HOHENWARTER


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