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PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
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Land der Berge, Land der Ströme

Bericht einer Gastschülerin im Schuljahr 1997/98


21.8.1997, Torstay - Helsinki
Hyvä on. Puhun nyt viimeiset sanani suomeksi. Huomisesta lähtien olen jossain muualla. Toisin sanoen Itävallassa. Hmm, mitä tiedän Itävallasta? No jaa, oikeastaan aika paljon; kaikki käyttävät nahkahousuja ja omistavat pari lehmää. Kaikki jodlaavat ja syövät vähintään kolme kiloa verimakkaraa joka päivä. Hyvä on, annan periksi. En totisesti tiedä paljonkaan Itävallasta, mutta pian saan tietää lisää.

21.8.1997, Donnerstag - Helsinki
OK. Jetzt muss ich meine letzten Worte auf Finnisch sagen. Ab Morgen bin ich irgendwo anders. In Österreich. Hmm, was weiss ich über Österreich? Na ja, eigentlich ganz viel; sie alle tragen Lederhosen und besitzen eine oder zwei Kühe. Sie alle jodeln und essen drei Kilo Wurst jeden Tag. Passt, ich gebe auf. Ich weiss nicht so viel über Österreich, aber jetzt werde ich etwas erfahren.

22.8.1997, Freitag - Wien
Hier stehe ich am Flughafen mit sieben anderen Finnen. Wir sind alle ein bisschen aufgeregt. Vor drei Stunden waren wir noch in Finnland und jetzt müssen wir hier ein ganzes Jahr verbringen! Ich glaube ich spinne, warum wollte ich das eigentlich machen?

10.9.1997, Mittwoch - Villach
Der erste Schultag. Das ist unglaublich. Wie kann die Schule um 7.45 anfangen? Und mein Bus fährt um 6.57. Unmöglich. In Finnland fängt die Schule frühestens um 8.15 an. Meine Klasse ist 7d. Die Leute sehen nett, interessant aus. Das einzige Problem ist, dass ich kein Wort verstehe. Meine Gastfamilie hat sich bemüht und sie haben "hochdeutsch" gesprochen aber die Schüler, die sprechen diesen komischen Dialekt. Sie nennen ihn "Kärntnerisch" und ich stehe total ausserhalb. Die Schule heißt Perau Gymnasium, eine ganz gute Schule, sagt meine Familie. OK, wir werden sehen.

8.12.1997, Montag
Ich bin gerade von Wien zurückgekommen. Unsere Klasse hat die Wienwoche gehabt. Die Reise habe ich ganz toll gefunden. Jetzt kann ich schon besser Deutsch und ich habe viele neue Freunde gefunden. Mit denen habe ich in Wien viel gesehen: Kunsthaus Wien, Donau Turm, 20er Haus, Rathaus und viel mehr. Ich bin in Wien verliebt.

5.1.1998, Montag
Studentenball. Einmalig! Ich tanze, tanze und tanze. So was findet man nicht in Finnland. Die Mädchen in Ballkleidern und die Burschen in Anzügen. Gute Stimmung, gutes Essen und gute Musik. Schön. Jeden Tag gefällt mir das Leben in Österreich besser.

11.3.1998, Mittwoch
Meine Mitschüler fragen, was der Unterschied zwischen finnischen und österreichischen Gymnasien ist. Ich erzähle ihnen etwas, was mich gestört hat. Am ersten Tag kommt der Lehrer in die Klasse hinein und alle standen auf. Ich erstickte fast. Ich konnte das nicht glauben. Dann hörte ich wie jemand fragte: "Herr Professor, können Sie mir, bitte, helfen?" In Finnland müssen die Schüler nicht vor Lehrern "kriechen". Wir sagen dort ganz vertraulich "du". Die Lehrer sind keine Autoritätspersonen für uns. Die sind in der Schule einfach deshalb, weil die Schüler etwas lernen möchten und nicht deshalb, weil die Schüler die Lehrer ehren können. In Finnland können die Schüler auch ihre eigene Schulpläne erstellen. Sie können wählen, ob der Unterricht um 8, um 9 oder um 10 beginnt. Meiner Ansicht nach kann man sich in Finnland mehr spezialisieren. Man darf aber nicht glauben, dass das österreichische Schulsystem schlecht ist. Das ist es nicht (nur ein bisschen altmodisch, vielleicht). Hier ist der Unterricht persönlicher. Die Lehrer kennen die Schüler ganz gut und deshalb können sie die einzelnen Personen beachten. Bis jetzt habe ich viele neue Dinge über das Schulsystem in Österreich erfahren. Aber welches ist besser, das finnische oder das österreichische? Das kann ich nicht sagen. Sie sind zu verschieden.

11.5.1998, Montag
Es ist schon bald Sommer! Die Zeit vergeht so schnell. Jetzt kann ich mein Deutsch schon recht gut verwenden. Die Sonne scheint. Die Leute in der Schule gefallen mir ganz gut und gerade drehen wir einen Film über das Perau Gymnasium mit ein paar Mitschülern. Super! Jetzt kommt auch das Ergebnis, dass das Perau Gymnasium die beste Schule in ganz Kärnten ist. Das ist kein Wunder. Es gibt sehr gute Lehrer und Schüler im Perau-Gym.

24.6.1998, Mittwoch
Ich fahre in zwei Wochen nach Hause. Ich freue mich schon sehr, aber gleichzeitig bin ich traurig und schwermütig. Ich kann kaum glauben, dass ich ein ganzes Schuljahr hier verbracht habe. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Jahr. Ich habe eine super Gastfamilie gehabt, viele gute Freunde, eine gute Schule, die mir viel Freiheit gegeben hat und ausserdem habe ich eine neue Sprache gelernt. Ich habe auch gelernt, dass die Österreicher nicht immer jodeln und kaum den Film "The Sound of Music" kennen. Ich schliesse mein Jahr hier am 2. Juli ab, wenn unser Schulchor "Carmina Burma" im Congress Haus aufführt.

Fortuna, velut luna. Auf Wiedersehen Österreich. Ich werde dich vermissen!!!!

Karoliina Kostet, 7d
Austauschschülerin aus Finnland 1997/1998


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