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F r a n   E l l e r

Fran Eller, geboren am 10. August 1873 in Maria Gail, wo sein Vater Volksschuldirektor war, hat im Jahre 1892 an unserer Schule die Matura gemacht. An der Universität in Graz hat er Philosophie und danach in Wien Rechte studiert, wo er im Jahre 1899 promovierte. Zwei Jahrzehnte war er in Wien und in Slowenien als Finanzbeamter tätig. 1920 - nach der Volksabstimmung - wurde er an der Rechtsfakultät der neugegründeten Universität in Laibach zum ordentlichen Professor für das Finanzrecht ernannt. Er starb am 14. Februar 1956 in Laibach.

Der Mittelpunkt des literarischen Schaffens Fran Ellers war die Poesie. Sein erstes lyrisches Gedicht wurde 1894 im "ljubljanski zvon" (in der "Glocke Laibachs") veröffentlicht, bei dem er mit dichterischen Beiträgen bis zum Jahr 1905, als seine erste schöpferische Epoche zu Ende ging, mitarbeitete.

Seine Gedichte wurden auch in den Zeitschriften "Slovan" (Slawe), "Mladost" (Jugend) und "Slowenski narod" (Slowenisches Volk) bis zum Jahre 1905 herausgebracht.

Damit endet seine erste dichterische Schaffensperiode. Die Hauptmotivation für das Dichten bekam Eller in Wien im Slowenischen Literarischen Klub. In diesem arbeiteten die wichtigsten Vertreter der Moderne, wie auch ihre Vorgänger, z. B. Cankar, Zupancic, Govekar und andere junge Künstler, die sich um eine vielseitige Erneuerung der slowenischen Dichtung im Geiste der literarischen Bewegung in Europa am Ende des 19. Jahrhunderts bemühten. Dennoch ist die Poesie Ellers aus der Wiener Zeit noch stark traditionalistisch und zeigt keine sichbaren Elemente der literarischen Richtungen: Impressionismus, Dekadenz, Neuromantik oder Symbolismus.
Im Gegensatz zu dieser Poesie sind Ellers grundsätzliche Ansichten von der Kunst sehr modern. Nach dem Muster Hermann Bahrs hat Eller die Bezeichnung "Moderne" für untraditionalistische Richtungen in der Dichtkunst am Ende des Jahrhunderts übernommen. Er lehnte die absoluten Gesetze der klassischen Ästhetik ab und nahm den Gedanken auf, daß alle Mittel für die künstlerische Gestaltung geeignet sind. Deshalb ist nur die Form der Hauptmaßstab bei der Beurteilung der Kunst.

In vielen seiner Gedichte befasst er sich mit seiner Kärntner Heimat: Dobratsch, Gail, Drau, Mittagskogel usw. Nur wenige Gedichte sind übersetzt.

(Übersetzung: Julia Wiegele, 5.D)

Fran Eller
Domovina

Koroško, nisi več mi domovina,
le venec ljubkih brd si še in planj,
le šopek za spomin, ki nagelj vanj
povit je rdeč z zelenjem rožmarina.

Nimaš ne vrat ne praga več za sina,
da noter najde ko bučela v panj;
sovražiš svétle like mojih sanj
in dobro dé ti moja bolečina.

Zakaj na Rutah starih nisem kmet?
Oral bi in sejal, da rž rodi mi,
in sirek žel bi, hedo, kot je ded.

In tujcu branil, zóprval bi uimi;
pa če mi vés bi prišel z vnučki zet,
semnjá bi dal jim in naš: "Bog vas primi."
Heimat

Was ist es, Kärnten, das mich an dich bindet?
Bist nur ein hübscher Kranz von Almen, Höh’n,
Erinn'rungsstrauß nur noch, in dessen Grün
aus Rosmarin sich rot die Nelke windet.

So wie die Biene in den Stock nicht findet,
hast du nicht Tür noch Schwelle für den Sohn,
sprichst seinen lichten Traumgestalten Hohn
und weidest dich an dem, der Schmerz empfindet.

Warum bin ich nicht Bauer auf der Rauth?
Ich pflügte, säte, säh den Roggen sprießen,
den Haiden, den mein Ahn schon angebaut.

Dem Fremden wehrend trotzt’ ich Wetterstürzen;
und wenn der Tochtermann ins Dorf mir schaut’
tät meine Enkel unser "Gott empfang Euch!" grüßen.

Übersetzung: Klaus Detlef Olof



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